Triathlon

Lebenstraum erfüllt

11.10.2011 von Gregor Mitlewski

Absolvierte den Ironman auf Hawaii in 14:28 Stunden: Gregor Mitlewski. – Foto: pr

Gregor Mitlewski erfüllt sich den sportlichen Lebenstraum Ironman WM auf Hawaii

Einmal im Leben bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii dabei zu sein und an der Geburtsstätte des Langdistanz ins Ziel zu kommen, davon träumt wohl ein jeder Langdistanz-Triathlet. Für alle anderen sind die Distanzen von 3,8 km Schwimmen im Pazifik, 180 km Radfahren durch die schier endlosen Lavafelder von Big Island und der abschließende Marathonlauf an einem einzigen Tag schier unvorstellbare Distanzen.

Das Mammutprojekt Ironman auf Hawaii begann für Mitlewski im Januar diesen Jahres, als er das Training im diesjährig langen deutschen Winter aufgenommen hatte, mit dem Ziel eigentlich nur im Juli beim größten Langdistanz-Triathlon im fränkischen Roth zu starten. Unzählige Kilometer auf dem Rennrad und Mountainbike absolvierte der Triathlet aus Rhynern bei Wind und Wetter, bei Eis und Schnee blieb nichts anderes übrig, als längere Einheiten auch auf dem Ergometer zu fahren. Nicht selten stand unmittelbar anschließend das Lauftraining als Koppeleinheit an.

Das Schwimmen war im Rahmen des Vereinstrainings im Sportbecken des Maximare mit seinen sehr guten Trainingsbedingungen gut möglich. Als ihn im April dann die Nachricht vom Startrecht auf Hawaii erreichte, musste er seinen Trainingsplan derart umstellen, dass er seine Form nach der erfolgreichen Teilnahme in Roth auch bis Oktober konservieren konnte. Durch die Unterstützung von Rhyneraner Unternehmen konnte in die detaillierte Planung des sehr kostenintensiven Projektes Hawaii 2011 eingestiegen werden. Bereits zehn Tage vor dem Wettkampf war der Triathlet zusammen mit seiner Ehefrau Christiane angereist, um sich im Training an die besonderen klimatischen Verhältnisse zu gewöhnen.

Am 8. Oktober war es dann endlich soweit, noch im Dunkeln früh morgens, kam am Pier von Kailua Kona die Wettkampfhektik auf, als die 1900 Triathleten letzte Vorbereitungen an Ihren Rädern treffen und diese mit Getränken und Energieriegeln für den langen Tag bestücken und sich für die Startdisziplin Schwimmen bereit machten.

Um Punkt sieben Uhr wurde per Startkanone der Startschuß gegeben. Leider war im Meer an diesem Morgen doch recht unangenehmer Wellengang, der es den Teilnehmern zusätzlich erschwerte. Doch Mitlewski kam in seiner Lieblingsdisziplin trotz der Widrigkeiten sehr gut zurecht und konnte bereits nach 1:18 Stunden in der Wechselzone die Schwimmsachen mit dem Rad tauschen. Beim Radfahren war eine Wendepunktstrecke zu bewältigen, welche genau in der Hälfte in der Stadt Hawi mit einigen Höhenmetern ein Schüsselstelle aufweist. Ständig drehende Winde mit sehr kräftigen Böen machten die Steigungen oft doppelt schwer und führten leider auch zu einigen Stürzen von Teilnehmern. Im Gegensatz zu traditionellen Radrennen ist beim Triathlon das Windschattenfahren untersagt und wird mit Zeitstrafen belegt, so dass alle Triathleten auf sich allein gestellt sind. Auch in der zweiten Disziplin zeigte Mitlewski eine konstante Leistung und konnte die 180 km mit insgesamt über 1000 Höhenmetern in einer Zeit von 6:44 Stunden absolvieren, aufgrund des Streckenprofiles und der Temperaturen von 35 Grad eine ordentliche Leistung. Neben der körperlichen Fitneß wird insbesondere hier auf Hawaii den Triathleten auch eine große mentale Stärke abverlangt, sich aufgrund der doch langen Zeit auf dem Rad und der dann doch über Stunden langweiligen Lavafelder, immer wieder aufs Neue zu motivieren.

Zurück in Kona wurde das Rad in die Wechselzone gestellt und die für Mitlewski unbeliebteste Teildisziplin, der Lauf über 42,2 Kilometer konnte beginnen. So ging der Hammer Triathlet das Laufen auch sehr verhalten an, denn die hohen Außentemperaturen erforderte von den Teilnehmern, die letzten Reserven zu mobilisieren und er wollte sein großes Ziel, einmal im Leben den Ironman auf Hawaii erfolgreich zu absolvieren, nicht gefährden. Da die Sonne bereits gegen kurz nach 18 Uhr untergeht, war für ihn ein großer Teil der Strecke im Dunkeln zu absolvieren, die einzige Beleuchtung auf dem extra gesperrten Highway außerhalb der Stadt Richtung Lavafelder waren die alle zwei Kilometer befindlichen Verpflegungsstationen und die an die Teilnehmer ausgegeben Knicklichter, die ja bekanntermaßen so gut wie kein zusätzliches Licht bieten. Trotz einiger Blasen unter seinen Füßen absolvierte Mitlewski auch die letzte Teildisziplin zwar langsam, aber recht konstant.

Bereits über zweieinhalb Stunden vor dem Zielschluss um Mitternacht, erfüllte sich der Tri-As Athlet sich seinen sportlichen Lebenstraum und bog auf den berühmten Alii Drive ein, um die letzten 500 Meter im vollbesetzten Zielkanal nach 14:28 Stunden die berühmten Worte „You are an Ironman“ zu hören, ein sicherlich unvergeßliches Erlebnis seines Sportlerlebens. Mit Platz 188 in seiner Altersklasse war Mitlewski als Breitensportler mit seiner Teilnahme an dieser Weltmeisterschaft sehr zufrieden.

Mit sehr viel Wehmut im Gepäck wird der frischgebackene Hawaii-Ironman Mitlewski den langen Weg nach Hamm antreten, wo er am Mittwochnachmittag dann zurück erwartet wird.

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